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Anita im Norden » Blog Archiv » Leben, wo der Tod regiert

Leben, wo der Tod regiert


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Jede(r) 4. in Südafrika ist HIV positiv. Jetzt stellt euch das in einer Gesellschaft vor, in der Familien selten unter 3 Kinder bekommen. Der Vater infiziert sich (nicht immer aber oft) durch eine Affäre, steckt damit seine Frau zu Hause an, findet raus, dass sie krank ist, verlässt sie, ohne sich selbst testen zu lassen (denn dafür ist er zu stolz), sucht sich irgendwo eine neue Frau, steckt sie auch an, die womöglich Kinder erwartet, die entweder durch die Geburt oder durchs Ammen angesteckt werden usw. Wie ein Lauffeuer wandert HIV von einem zum nächsten. Bei der Masse sind Waisenheime unerlässlich. Leider fehlt das Geld für „richtige“ Heime. So entstehen „Home Based Care Centers“, wie Nhlengelo, ein Ort, wo Kinder nach der Schule eine warme Mahlzeit bekommen, einen Zufluchtsort finden können, bevor sie sich zu Fuß auf den Nachhauseweg machen, wo eine übriggebliebene Oma oder eine Nachbarin auf sie wartet, oder einfach nur der große Bruder.

Ein Tagebuch aus dem Leben Nhlengelos, dem „Home Based Care Center“ in Bushbuckridge, Mpumalanga, Südafrika:

Dienstag, 28.7.09

- Fahcina (USA) und ich erreichen nach 22h Busfahrt Nelspruit, Hauptstadt der Provinz Mpumalanga. Eine alkoholisierte Tante hält uns im Bus bei Laune, ich quatsche mit reisenden Norwegern.

- In Nelspruit erwarten uns Straßenarbeiter im Streik: Müll wird auf den Straßen verstreut, 15% mehr Gehalt wird gefordert, 13% nach mehreren Tagen Diskussion gestattet:

Nelspruit im Streik

- Martha Mawela, gute 60 Jahre, Geschäftsführerin von Nhlengelo und Anhängerin der „Seventh Day Adventist Church“ (recht streng) holt uns ab und lädt uns unterwegs zum Essen ein. Vor dem Essen (und jedem darauffolgenden für die nächsten 2 Wochen) wird sich bei Gott für die Mahlzeit bedankt.

Martha Mawela

- Ankunft in Dwarsloop, einem Nachbardorf von Bushbuckridge, bei Nachbarin Betty und ihren 3 Kindern Nikita (17), Akani (8) und Tiani (5), unsere Host-Familie für die Zeit.

- Fahcina und ich verbringen den Abend mit dem Gedanken: Warum sind wir hier? Ergebnis: Laut Fahcina (hab ich schon erzählt, dass sie auch Gottes Schöpfung ist?) hat der Herr uns beide zusammengebracht, sie klärt mich auf über HIV/Aids, ich bringe ihr Geduld bei, Höflichkeit, wie man Menschen anlächelt, anstatt das übliche amerikanische „What-ever-Gesicht“ aufzusetzen und vor allem: wie man immer erst das Gute im Menschen sehen muss. Sie zweifelt, stellt aber im Laufe der Woche fest, dass ihre Sorgen dieser angeblich gefährlichen Gegend unnötig waren. Die Xenophobie ist gegen andere Afrikaner (Somalier, Nigerianer etc.) gerichtet, die hier herkommen und den anderen die Jobs „klauen“.

Intensive Gespräche!

- Fahcina liest aus der Bibel: Esther, die Geschichte einer jungen, starken, jüdischen Königin.

Mittwoch, 29.7.09

- “Home Based Care Center” für HIV/Aids-Waisen.

Nhlengelo

- Sie haben einen riesigen Garten, in dem sie ihr eigenes Gemüse anbauen:

Hier wächst hauptsächlich Kohl, Zwiebeln und Rote Bete.

Ein etwas anderes Gewächshaus.

- Morgengebet und Gesang für alle Mitarbeiter.

- Wir haben Glück: Heute kommen Traditional Healers zu Besuch und erzählen von ihren Gebräuchen und Werten und wie sie mit der Regierung um Anerkennung und Finanzierung kämpfen müssen – die christlichen Nhlengelo-Mitarbeiter glauben nur schwer an ihre Künste. Zwischendurch Tanz und Gesang:

Traditional Healers

- Täglich kommen ca. 50 (Halb-)Waisenkinder im Alter von 3 bis etwa 19 Jahre nach der Schule vorbei, holen sich ihr Essen, setzen sich in den Schatten, schnacken mit den anderen, helfen einander bei den Hausaufgaben.

Vor dem Essen wird gebetet!

Busisiwe (4)

- Manche ihrer Geschichten sind nur halb zu verkraften. Dennoch geht das Leben weiter! Sie sind erfreut, mich zu sehen, lachen, wollen anfassen, reden. Ihr Englisch ist noch im Anfangsstadium. Sie sprechen verschiedene der 11 offiziellen, südafrikanischen Sprachen, hier meistens Tsonga, Zulu und/oder Zutu. Ich stelle fest: Um Zugang zu den Kindern zu bekommen, muss ich mit der Sprache anfangen und entscheide mich für Tsonga, die hier meist gesprochene.

- 2. Kapitel von Esther

Donnerstag, 30.7.09

- Ich imponiere mit meinen ersten Worten in Shangaan/Tsonga: Avuxeni! Mi njhani? (Guten Morgen! Wie geht’s?)

- Morgengebet und Gesang.

- Trauerbesuch bei Hinterbliebenen einer kürzlich an Aids Verstorbenen. Es wird gebetet.

- Wir gehen auf Hausbesuch. Jeder Familie in der Umgebung mit mind. 1 HIV/Aids-Kranken wird eine„Care Giver“ zugeordnet, die dafür sorgt, dass die Kranke (es sind tatsächlich nur Frauen) sich richtig ernährt, ihre Medizin nimmt, sich nicht mit zu viel Alkohol abfüllt, in Notfällen gewaschen, das Haus geputzt wird usw. Nhlengelo hat ca. 40 Care Givers mit je 250 Familien, von denen einige Krank sind, andere es bald werden, wieder andere “nur” informiert werden, was passiert, wenn … Die große Frage: Wie überzeugt man sie am Weiterleben … und warum ??

Schneller Transport ins Nachbardorf - auf der Ladefläche!

an Aids erkrankte junge Frau

Ihr Haus hat ganze 5m²!

ihre Küche …

- Das Enkelkind dieser kranken Frau spielt mit ihrer Medizin !!

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- Ich bekomme meinen 1. Heiratsantrag von Charles Mnisi, dem 25jährigen Nachtwächter.

- Sonnenuntergang im Nhlengelo: Es entsteht eine absolut schöne Stimmung, in der junge Mädchen Martha (von allen Mama Mawela oder nur Oma genannt) die Haare binden. Dabei ergibt sich eine nette Unterhaltung zwischen Generationen, während andere den Garten wässern und im Hintergrund die Sonne untergeht:

Queen (14) beim Gartenwässern

angenehme Stimmung

- Die Mädchen stellen fest, dass sich meine Haare nur schwer flechten lassen: zu fein! Sie lieben es dennoch, mit ihren Fingern hindurchzufahren :)

- Esther!

Freitag, 31.7.09

- Schlechte Nachrichten: Marthas Nichte ist an Lungenkrebs gestorben. Sie wollen, dass wir mit nach Pretoria zur Beerdigung kommen. Widerwillig gebe ich mein Einverständnis, denke aber den restlichen Tag darüber nach, wie ich um die Beerdigung drum rumkomme … (Ich scheitere!)

- Ich imponiere mit vielen neuen Vokabeln: U etlele kahle? (Hast du gut geschlafen?) Vito ra wena imani? Vito ra mina i Anita! (Wie heißt du? Ich heiße Anita!) und Riperile! Fambakahle! Etlele kahle! (Guten Abend! Wiedersehen! Schlaf gut!)

- Morgengebet und Gesang.

- Wir besuchen Zaneele (31), die sich im letzten Aidsstadium befindet. Ihr Bauch ist geschwollen, als würde sie Zwillinge erwarten, der Rest von ihr nur Haut und Knochen. Medizin nimmt sie nicht. Sie baut auf die Traditional Healers, die ihr immer wieder Kaffee einflößen, und Gott! Unser Gefühl sagt uns: Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit!

Zaneele (31)

- Wir wässern stundenlang den großen Garten:

img_2008.JPG

- Mein 1. Kompliment: „Du arbeitest wie eine Schwarze!“

- Zum Mittag gibt es „Pap“ (Maisbrei, eine Art Reisersatz, den es fast jeden Tag gibt) und Hühnerkrallen und -köpfe (billiges “Fleisch”):

Hühnerkrallen … mmhhmmm …

- Stundenlange Fahrt nach Pretoria, die Regierungshauptstadt (Südafrika hat 3 Hauptstädte: in Kapstadt tagt das Parlament, Bloemfontein ist die Gesetzes-Hauptstadt), wo wir bei Marthas Schwester unterkommen. Morgen gehts zur Familie der Verstorbenen: Sie hieß Pauline, war ehrenamtlich für die Gesundheit anderer Menschen tätig, hinterlässt 3 Kinder (ca. 18-35) und ihren Mann.

- Esther!

Sabbat, 1.8.09

- Die „Seventh Day Adventist“-Anhänger gehen samstags, zum Sabbat, in die Kirche. Und wir mit! Vor der verwirrenden Predigt von Papa Mawela (Marthas Mann ist Pastor!) wird Sabbatunterricht gegeben: „Reannouncing the World“ (fragt mich jetzt nicht, wie ich das übersetzen soll, es ist weitaus komplizierter als es klingt, hab selber den Faden verloren, und das lag nicht an der Sprache!).

- Wir besuchen die Familie der Verstorbenen. Das Haus ist voll, man sitzt beisammen, erzählt Geschichten, betet.

beisammen sitzen und beten

- Um das Haus herum sind Zelte aufgestellt, in denen Frauen aus der Gemeinde Essen für alle kochen:

Essen zubereiten für 100e von Gästen

- Ich entfliehe der drückenden Stimmung im Haus und helfe beim Karottenschälen und Zwiebelschneiden im Zelt.

- Marthas erwachsene Kinder entführen uns mit 6 anderen zu einer Stadtrundfahrt: Mit Papa Mawelas Kleinbus gehts in die Innenstadt zum Union Building, wo die Regierung sitzt …

Union Building

Pretoria

… weiter nach Jo’burg (Johannesburg) zum Mandela-Haus, wo er kurz vor seiner Verhaftung lebte.

Mandela-Haus

- Außerdem fahren wir zum Vorort Soweto und die dort blutig beendeten Schülerunruhen von 1976, bei denen gegen Afrikaans als Lehrsprache gestreikt wurde:

Der Stein färbt sich durch das Wasser ständig rot - Ein Zeichen für das ganze junge Blut, das dort geflossen ist!

- Unterwegs entstehen interessante Gespräche mit Peter und Marcus u.a. über Apartheid vs. deutsche Ost-West-Teilung. Marcus Mashishi versucht mich zudem zu bekehren. Ich muss zugeben, er kam recht weit, hatte gute Argumente, über die ich schon seit meiner Ankunft grübele. Dennoch, bete weiter für mich, Marcus, du wirst es nicht leicht haben!

- Zurück bei der Familie: Die Familie des Onkels muss den Kuhkopf besichtigen. Es ist Tradition, zur Beerdigung ein Tier zu opfern, der Blutfluss steht als Zeichen für den Tod:

Kuhkopf

- Morgen werden die Männer der Trauergesellschaft den Kopf kochen und verzehren (das erinnert mich an isländischen Schafskopf!)

- Fahcina und ich versuchen abends im Bett die doppelreligiöse Welt zu verstehen: Viele Schwarze hier glauben sowohl an Gott als auch an ihre afrikanischen Traditionen. Dass sich die beiden Glaubensrichtungen dabei oft widersprechen merken nur wenige. Sehr verwirrend!

Sonntag, 2.8.09

- Beerdigung! 6:30 Uhr Abfahrt zur Familie der Verstorbenen. Früher wurde man vor Sonnenaufgang beerdigt, deswegen in Allerherrgottsfrühe!

- Abschiedszeremonie in Zelten auf dem Grundstück mit Reden, wie wir das auch so kennen, dazwischen immer wieder Gesang, am Ende Predigt von Papa Mawela.

- Der letzte Gang zum Friedhof. Ca. 300 Menschen folgen der Kolonne, unglaublich viele! Darunter ich, Fahcina darf nicht mit, weil sie heute eine Hose trägt, Frauen sind nur in Rock erlaubt! Auf dem Friedhof darf nicht gesprochen werden, außer man nimmt Abschied. Als der Sarg runtergelassen wird, übertönt Gesang das Weinen der Trauergemeinde, darunter meine Schluchzer. Das alles erinnert zu sehr an die Beisetzung meiner Mutter. Überhaupt scheinen Mutti und Pauline viel gemeinsam gehabt zu haben. Sie wurden von unglaublich vielen Menschen geschätzt, gleicher Jahrgang, gleicher Krebs …

- Männer schaufeln abwechselnd das Grab zu, komplett! Plötzlich: der jüngste Sohn verliert die Kontrolle über seinen Schmerz, will sich losreißen, das Zuschaufeln verhindern, 4 Männer müssen ihn festhalten, ihn beruhigen, eine Frau bricht unter Tränen zusammen.

- Die Familie markiert das Grab mit Porzellan und Besitzstücken der Mutter. Nur wenige können sich einen Grabstein leisten, deswegen die Markierung. Der Friedhof ist groß, hier liegen 100e Aidsopfer!

Friedhof

- In der Zwischenzeit wird im Haus der Tod weggekehrt und -geputzt. Alle Gäste, ALLE 300!, bekommen jetzt ihr Mittagessen, die Männer ihren Kuhkopf:

In der Hand das Kuhgehirn!

- Ich bekomme meinen 2. Heiratsantrag von … keine Ahnung!

- Fahrt zurück nach Hause.

… to be continued …

Eine Reaktion zu “Leben, wo der Tod regiert”

  1. Sandra

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    Wow, echt! Vielen Dank für Berichte und Fotos. Ich freu mich auf mehr und live-Berichte.Drück Dich!

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